13. Dezember 2011 - bei Katja

mit Katja, Patrick, Raphael, René, Roman, Stephan und Volker

Der Weihnachtshauskreis fand mal wieder in Katjas reich geschmückter Wohnung statt, und wir konnten uns am Brotauflauf mehr als satt essen.

Wir sprachen über das Schicksal von Johannes, dem Täufer. Der stand eigentlich fest im Leben und fest im Glauben. Er war als Prediger beruflich sehr erfolgreich, kannte Jesus seit frühester Kindheit persönlich und war immer überzeugt von ihm. Doch dann wendet sich das Blatt. Er kommt unter Herodes in Gefangenschaft, die ihm am Ende sogar sein Leben kostet. Aus der Gefangenschaft heraus lässt er bei Jesus anfragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? (Matthäus 11,3)

Nach all den Jahren des Glaubens zweifelt Johannes also ganz grundlegend, ob Jesus überhaupt der versprochene Retter ist. Erstaunlich, aber auch verständlich. Johannes musste die Erfahrung machen, dass er trotz seines Glaubens in Gefangenschaft gerät und Gott ihn daraus nicht befreit. Sicherlich ein ernüchterndes Erlebnis. In Matthäus 11, 4-6 lesen wir Jesu Antwort darauf: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.

Die Antwort wirkt arrogant, nach dem Motto: Du siehst doch, dass vielen geholfen wird, nur dir halt nicht. Inwiefern kann uns diese Aussage also weiterhelfen, wenn wir selbst von Gott enttäuscht sind? Zum einen rückt die Antwort die Prioritäten zurecht. Es geht nicht in erster Linie um uns, sondern um Gottes Reich. Gott fordert uns heraus, den Blick auf das Ganze zu richten - und weg von unseren eigenen Nöten. Zum andern zeigt uns die Antwort, wie wichtig Erfahrungsberichte von Gottes Wirken in dieser Welt sind. Wenn es uns selbst schlecht geht, können wir aus den Erlebnissen anderer Menschen mit Gott neue Kraft und neuen Glauben schöpfen. Gott wirkt heute mehr denn je. Alle Wunder, die Jesus damals in Israel tat, tut Gott durch seinen Heiligen Geist auf der ganzen Welt. Berichte darüber gibt es reichlich, aber wir müssen uns auch danach ausstrecken.

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