Zur Abwechslung mal ein Film, natürlich nach einer wahren Begebenheit: Wie auch wir vergeben - Amish Grace. Die Amish sind eine christliche Gemeinschaft in Amerika, die sich entschlossen haben, auf eine Vielzahl moderner Errungenschaften zu verzichten, damit sie sich besser auf das Leben mit Gott konzentrieren können. Ihr Idyll kommt aber ins Wanken, als ein Amokläufer ihre Schule überfällt und dabei fünf Mädchen und sich selbst erschießt. Doch ohne langes Zögern entschließen sich die Amish, auf die hinterbliebene Familie des Amokläufers zuzugehen und zu vergeben. Der Film erzählt von den positiven Reaktionen auf dieses Verhalten, aber auch vom inneren Kampf einer Amish-Mutter, die bei dem Amoklauf ein Kind verlor.Die Amish sehen wir kritisch. Es ist zwar vorbildlich, wie sie sich in diesem Fall öffnen und die Schuld eines Außenstehenden vergeben. Vergleichsweise ungnädig zeigen sie sich jedoch offenbar ihren eigenen Leuten gegenüber, wenn sie sich nicht an die Regeln halten wollen.
Auch wenn die Vergebung zunächst aufgesetzt wirkt und sie vielleicht zunächst nicht von Herzen kommt, so ist sie doch eine bewusste, gute Entscheidung. Wenn man den Zorn walten ließe, macht das weder die Opfer wieder lebendig noch hilft der Zorn irgendjemandem weiter. Der Zorn macht alles nur noch schlimmer - für die anderen, aber auch für sich selbst. Nur durch Gnade, Vergebung und Liebe zu den Angehörigen des Täters können neue Chancen, Hoffnung und Leben entstehen. Vergebung ist befreiend, auch für uns selbst. Das gilt nicht bloß in so dramatischen Geschehnissen wie hier, sondern auch in den viel kleineren Begebenheiten unseres Alltags.
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