mit Jessica, Katja, Kristiina, René, Roman, Volker
Da Raphael als vorgesehener Gastgeber kurzfristig absagen musste, fand der Hauskreis zum zweiten Mal in Folge bei den Albrechts statt. Zunächst berichteten uns René und Jessica von ihrem Hamburg/Ostsee-Urlaub und Katja von ihren Erlebnissen beim Christival. So bekam "Einer geht noch, einer geht noch rein" bei den überfüllten Bremer Straßenbahnen einen völlig neue Bedeutung.
Thematisch stellten wir uns der Herausforderung in 1. Korinther 11, 1-16, wo Paulus die Frauen dazu auffordert, beim Beten und Prophetischen Reden ihr Haupt zu bedecken. Sollen wir so eine Ermahnung tatsächlich ernst nehmen und umsetzen?
Als Hintergrund muss man wissen, dass die Frauen damals eine weitaus geringere Stellung hatten als heute. Es war daher eine Besonderheit des Christentums, dass die Frauen in den Gemeinden und Schriften eine wichtige Rolle spielten. Im Alten Testament finden sich ganze Bücher, in denen Frauen die Hauptrolle spielen. In der Apostelgeschichte wird klar, dass die ersten Christen in Europa Frauen waren. Es wird ferner nicht nur von Jesu Jüngern berichtet, sondern auch von Jüngerinnen. Das mag uns normal erscheinen, war in damaliger Zeit aber sehr außergewöhnlich. All dies mag ein Grund gewesen sein, dass die Frauen in der Gemeinde von Korinth ihre neue Freiheit und Bedeutung zu sehr auskosteten und die Ruhe und Ordnung in den Gottesdiensten sprengten. Womöglich deshalb ruft Paulus zur Besonnenheit auf und macht klar, dass Gott den Mann als Haupt über die Frau setzte, wie Jesus das Haupt über den Menschen ist.
Oft ist der Blick einseitig. Man hat bestimmte, angeblich frauenfeindliche Aussagen von Paulus vage im Kopf und stört sich daran. Wir müssen aber das Gesamtbild sehen. Die Bibel bricht für die Frauen in vielen Punkten eine Lanze. Manchmal müssen aber auch ermahnende Worte sein, um für die damalige Gesellschaft noch einigermaßen kompatibel zu sein.
Bemerkenswert ist schließlich noch, dass die Worte von Paulus an manchen Stellen im Korintherbrief ungewöhnlich vorsichtig sind. Gelegentlich meint er, man möge doch selbst urteilen. Und dies ist auch in 1. Korinther 11, 13 der Fall: Urteilt bei euch selbst, ob es sich ziemt, dass eine Frau unbedeckt vor Gott betet.
Auch wenn Paulus hier sicherlich ein Nein erwartet, können wir diesen Vers ruhig wörtlich nehmen und selbst darüber urteilen, ob es angemessen ist, wenn Frauen heute unbedeckt beten.
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