Nach alter Tradition findet der letzte Hauskreis vor Weihnachten bei Katja statt. Der Weihnachtsbaum war reich geschmückt, die Bratäpfel mundeten köstlich und "Was hat wohl der Esel gedacht" durfte als Lied nicht fehlen. Thematisch ging es - weniger gemütlich - um die Geschichte von Daniel in der Löwengrube (Daniel 6).
Daniel war als Israelit zwar im babylonischen Exil, doch dort war er äußerst erfolgreich. Er wurde vom babylonischen König letztlich sogar zum zweithöchsten Mann im Staat erwählt. Dies rief jedoch Daniels Neider auf den Plan. Sie überredeten den König, ein Gesetz zu erlassen, dass niemand angebetet werden dürfe außer der König. Daniel als gottesfürchtigen Mann kümmerte dieses Gesetz nicht. Er betete mehrmals täglich am offenen Fenster, so dass es alle hören konnten. Welch ein Beten, stellten wir hierzu fest! Unsere Gebete sind meist höchstens ein Flüstern. Will Gott aber vielleicht öfter unsere Stimme hören?
Der überführte Daniel musste letztlich bestraft werden, und der König schickte ihn - wenn auch widerwillig - in die Löwengrube, was normalerweise den sicheren Tod bedeutet. Doch die Löwen zerrissen Daniel Gott sei Dank nicht! Daniel berichtet anschließend dem König:
Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen, dass sie mir kein Leid zufügten. (Daniel 6, 23)
Löwen gibt es auch in unserem Leben. Es sind die Gefahren, Nöte und Ängste, die uns angreifen. Die lösen sich nicht in Luft auf, wenn wir Christen werden. Sie sind weiterhin gegenwärtig. Aber: Gott verschließt ihnen den Rachen! Sie werden uns nicht auffressen, wir bleiben unversehrt. Darauf dürfen wir vertrauen.
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